Im ersten Artikel haben wir die typischen Herausforderungen bei der Inbetriebnahme automatisierter Anlagen beschrieben. Das Projekt bei Applitec zeigt exemplarisch, wie sich diese Herausforderungen in der Realität materialisieren – und wie entscheidend deren frühzeitige Beherrschung ist.
Applitec entschied sich im Rahmen eines Neubaus, die gesamte Versandlogistik zu zentralisieren. Die Ausgangssituation war geprägt von klassischen Lagerlösungen, papierbasierten Prozessen und einer begrenzten Leistungsfähigkeit bei hohen Spitzenlasten. Mehrere tausend Auftragszeilen pro Tag konnten in Spitzenzeiten nicht mehr zuverlässig abgewickelt werden, bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Qualität und Transparenz.
Das Ziel war klar: Aufbau einer zukunftsfähigen, automatisierten Lösung – mit einem AutoStore-System als zentralem Element.
Die Komplexität des Projekts lag nicht in der Grösse der Anlage, sondern in den Rahmenbedingungen:
Gerade die Schnittstellen zwischen Systemtechnik, IT und Organisation stellten eine zentrale Herausforderung dar. Die Integration eines AutoStore-Systems in eine bestehende ERP-Umgebung ohne entsprechende Vorerfahrung führte zu zusätzlichen Abstimmungsbedarfen.
Die kritische Phase lag im Übergang vom bestehenden System zur neuen Lösung. Während Bau und Technik weitgehend im Plan verliefen, zeigte sich insbesondere auf organisatorischer Ebene eine typische Herausforderung:
Die Einführung eines automatisierten Systems erfordert nicht nur Technik, sondern ein grundlegendes Verständnis und die Akzeptanz der zukünftigen Arbeitsweise.
Die IT-Integration verzögerte sich weniger aus technischen Gründen als durch die notwendige Abstimmung mit den zukünftigen Anwendern. Gleichzeitig lief der operative Betrieb weiter, während die neue Lösung vorbereitet wurde – eine Konstellation, die präzise Koordination verlangt.
Die Inbetriebnahme erfolgte in einer gestuften, aber kompakten Vorgehensweise. Entscheidend war dabei nicht nur die technische Aktivierung des Systems, sondern die schrittweise Stabilisierung der Prozesse.
Wie in vielen Projekten zeigte sich, dass die grössten Herausforderungen nicht in der Technik liegen, sondern in der Nutzung:
Durch eine enge Begleitung konnte die Anlage jedoch rasch stabilisiert werden. Die initiale Phase war geprägt von hoher Intensität, gleichzeitig aber auch von einer schnellen Lernkurve auf Seiten der Organisation.
Der Projekterfolg basierte weniger auf einzelnen Massnahmen als auf einem konsistenten Ansatz über alle Phasen hinweg:
Gerade in einem Umfeld mit begrenzter Automatisierungserfahrung auf Kundenseite war diese Rolle zentral für die Projektsicherheit.
Das Projekt Applitec bestätigt eine zentrale Erkenntnis:
Die erfolgreiche Inbetriebnahme automatisierter Anlagen ist kein technisches, sondern ein systemisches Thema.
Technologie, IT, Gebäude und Organisation müssen synchronisiert werden – und dies unter realen Betriebsbedingungen.
Wer diese Komplexität früh erkennt und strukturiert adressiert, schafft nicht nur eine funktionierende Anlage, sondern eine nachhaltige Lösung im Betrieb.
18.06.2026
Die wahren Resilienz Reserven liegt im Prozess, nicht im Beton
In Zeiten globaler Unsicherheit liegt wahre Resilienz nicht in neuen Gebäuden oder Investitionen, sondern in stabilen und effizient geführten Prozessen. Entscheidend sind dabei drei Hebel: Prozessstabilität, hohe Datenqualität und operative Exzellenz im Tagesgeschäft. Klare Verantwortlichkeiten, standardisierte Abläufe und saubere Stammdaten schaffen Planungssicherheit, reduzieren Kosten und erhöhen die Reaktionsfähigkeit. Unternehmen, die ihre internen Prozesse konsequent optimieren, gewinnen an Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 200 erfolgreich realisierten Projekten unterstützt SmartLogistics Unternehmen dabei, ihre Supply Chain resilienter und leistungsfähiger zu gestalten.
Lire l'article18.06.2026
AGV/AMR: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Inbetriebnahme
Die erfolgreiche Einführung von AGV- und AMR-Systemen beginnt mit einer fundierten Analyse der tatsächlichen Automatisierungsbedürfnisse und der zu optimierenden Materialflüsse. Neben den technischen Anforderungen müssen auch Gebäudegegebenheiten, IT-Schnittstellen sowie die Zusammenarbeit zwischen manuellen und automatisierten Prozessen berücksichtigt werden. Simulationen helfen dabei, die Flottengrösse korrekt zu dimensionieren und potenzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen. Ebenso entscheidend sind eine sorgfältige Inbetriebnahmeplanung und ein konsequentes Change Management, um die Mitarbeitenden auf die Veränderungen vorzubereiten. Langfristiger Erfolg entsteht durch strukturierte Vorbereitung, enge Zusammenarbeit aller Projektpartner und die Fähigkeit, Herausforderungen frühzeitig zu antizipieren.
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