16.02.2026

Produktivität im manuellen Lager

Produktivität im manuellen Lager ist kein Technikthema, sondern ein Organisationsthema.

Die grössten Leistungsreserven liegen in klaren Prozessen, definierten Verantwortlichkeiten und einer kontinuierlichen Optimierung – Faktoren, die im Tagesgeschäft oft zu kurz kommen.

Der rote Pfad beschreibt einen strukturierten Ansatz, der das magische Dreieck aus physischem Lager, IT-Systemen und Infrastruktur in Einklang bringt. Ziel ist nicht maximale Komplexität, sondern Stabilität, Transparenz und Reproduzierbarkeit.

Ein Schlüsselfaktor ist die Einführung einer klaren Rolle zwischen Betrieb und System: der Stock Detective. Diese Funktion stellt sicher, dass Bestand, System und Realität übereinstimmen und Abweichungen früh erkannt werden.

Warum wird bewusst nicht automatisiert?
Weil Automatisierung nur dort wirtschaftlich ist, wo Prozesse stabil sind. Die Rentabilität lässt sich zwar gut berechnen, zeigt aber häufig, dass Prozessoptimierung und gezielte Digitalisierung schneller und risikoärmer Wirkung entfalten.

Praxiswerte zeigen klar, wo ein Lager steht:

  • Unter 30 POS/MA-Stunde ist das Lager meist stark fragmentiert.
  • Bis 60 POS/ MA-Stunde besteht klares Optimierungspotenzial zwischen 10-20%.
  • Über 60 POS/ MA-Stunde kann von einem sehr gut optimierten manuellen Lager gesprochen werden.

Ähnlich beim Servicegrad: Ohne Digitalisierung liegen viele Lager unter 95 %. Mit einer sauberen Organisation und Doppelkontrollen sind bis rund 98 % erreichbar. Für höhere Werte sind Scanning oder eine vergleichbare digitale Lösung notwendig.

Der rote Pfad schafft damit die Basis für nachhaltige Produktivität – und für fundierte Entscheidungen, ob und wann Automatisierung sinnvoll ist.

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