18.06.2026

AGV/AMR im Reifungskeller: die Einführung bei Fromco SA

AGV/AMR im Reifungskeller: die Einführung bei Fromco SA

Fromco SA in Moudon ist eine Tochtergesellschaft der Emmi-Gruppe, spezialisiert auf die Reifung und den Handel mit Gruyère AOP. Seit 1899 betreibt das Unternehmen riesige unterirdische Molassekeller, in denen Zehntausende von Laiben gelagert, gepflegt und versandt werden. Eine anspruchsvolle Umgebung mit spezifischen Anforderungen, in der die Regelmässigkeit der Flüsse und die operative Zuverlässigkeit absolute Imperative sind.

In diesem Kontext wurde ein AGV-Projekt lanciert: die Automatisierung der Lagerbewegungen und der Reifungsprozesse inkl. Einlagerung, wöchentliche Pflege, Taxierung, Auslagerung. Die Herausforderung war konkret mit einem klaren Timing: ausreichend Lagerkapazität für die Hochsaison am Jahresende bereitzustellen, mit einem System, das alle Flüsse abdecken kann.

Die erste Inbetriebnahme stiess auf Schwierigkeiten: Leistungen unterhalb der Erwartungen, instabile Fahrzeuge, eine interne Organisation, die noch angepasst werden musste. Die Besonderheit des Ortes trug zur Komplexität bei: Gangbreiten und Bodenebenheit an der Grenze der Toleranzen, notwendige Anpassungen der Schnittstellen der bestehenden Pflegemaschinen, sowie strenge Sicherheits- und Hygieneanforderungen.

Eine Stabilisierungsphase ermöglichte es, die Ziele zu erreichen. Die fehlenden Entwicklungen wurden geliefert und getestet, die Fahrzeuge angepasst, bestimmte Flüsse optimiert, ein realistischer Wartungsprozess eingeführt. Parallel dazu wurde die Organisation angepasst: Definition der Schlüsselrollen rund um das System, Einführung klarer Betriebsregeln insbesondere das Verbot jeglicher ungeplanter manueller Bewegungen, eine unabdingbare Voraussetzung für die Stabilität des Systems.

Am Ende dieses Prozesses wurde die vertraglich vereinbarte Leistung erreicht: mehr als 1’500 verschobene Palettenstapel pro Tag (50’000 Laibe), alle Prozesse abgedeckt, das System betriebsbereit für die Hochsaison. Ein Projekt, das zeigt, dass eine erfolgreiche AGV-Inbetriebnahme nicht allein von der Technologie abhängt sondern ebenso von der Konsequenz der Nachverfolgung, der Koordination zwischen allen Beteiligten und der Fähigkeit einer Organisation, sich mit ihrem neuen Werkzeug weiterzuentwickeln.

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