18.06.2026

AGV/AMR: Mobile Automatisierung im Herzen der Intralogistik

AGV (Automated Guided Vehicles) entstanden in den 1950er Jahren, geführt durch einen einfachen Induktionsdraht. Der Laser markierte die erste grosse Entwicklung: Der Boden muss nicht mehr verändert werden — Reflektoren und eine Laserführung genügen für die Navigation. Diese Systeme bleiben jedoch starr und jede Änderung des Materialflusses erfordert eine Neukonfiguration der Infrastruktur (und umgekehrt).

Die Einführung der AMR (Autonomous Mobile Robots) verändert die Situation grundlegend. Im Gegensatz zu klassischen AGV kartieren AMR ihre Umgebung mittels «natürlicher Vision» und Navigationsalgorithmen und können so ohne menschliches Eingreifen auf Hindernisse reagieren. Die Grenze zwischen den beiden Kategorien verwischt zunehmend: Immer öfter ist von hybriden Systemen die Rede, die je nach Kontext strukturierte Führung und autonome Navigation kombinieren. Der Servicegrad hat in der Logistik dennoch oft Vorrang gegenüber der Flexibilität.

AGV Oppent

Der Markt spiegelt diese Dynamik wider. Messen wie die LogiMAT, deren letzte Ausgabe im März 2026 in Stuttgart stattfand, widmen seit einigen Jahren eine ganze Halle den AGV und AMR, ein Zeichen für eine Branche im Aufwind. Das Thema 2026, «Passion for Details», veranschaulicht die Reife des Sektors gut: Die Innovationen sind nicht mehr revolutionär, sondern präzise, gezielt und kumulativ.

Zu den auffälligsten Trends gehören: das Management gemischter Flotten, bei dem eine einzige Software die Interoperabilität zwischen Fahrzeugen verschiedener Hersteller über offene Standards ermöglicht, sowie die zunehmende Integration von KI zur Optimierung der Materialflüsse in Echtzeit. Die kontaktlose Induktionsladung gewinnt an Boden und vereinfacht die Infrastruktur und Organisation. Am Rande der AGV-Welt tauchen erste humanoide Roboter in Logistikumgebungen auf zwar noch vereinzelt und wenig sicher, aber das Signal ist deutlich.

Was Unternehmen zum Einstieg bewegt, hat sich nicht grundlegend verändert: der Druck auf die Arbeitskosten, die Volatilität der Volumina (in manchen Branchen gibt es enorme saisonale Schwankungen) und die Suche nach Flexibilität angesichts immer unberechenbarerer Lieferketten. Mobile Automatisierung ist kein Wettbewerbsvorteil mehr, der grossen Unternehmen vorbehalten ist. Sie wird zur strukturellen Antwort auf Herausforderungen, die alle Unternehmen kennen.

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